Zwölf Gruppen zu je vier Teams — das hat es bei einer Fußball-Weltmeisterschaft noch nie gegeben. Als die FIFA am 13. Dezember 2025 die WM 2026 Gruppen ausloste, saß ich mit einem Spreadsheet vor dem Bildschirm und berechnete in Echtzeit die Gruppenkonstellationen. Das Ergebnis? Ein Turnier mit zwei klar identifizierbaren Todesgruppen, mehreren offenen Vierergruppen und einigen Konstellationen, die auf dem Papier wenig Spannung versprechen — aber gerade diese vermeintlich langweiligen Gruppen bieten für Wettende die interessantesten Gelegenheiten.
Das neue Format verändert die Gruppenphase fundamental. Nicht nur die beiden Erstplatzierten, sondern auch die acht besten Gruppendritten qualifizieren sich für die Runde der 32. Das bedeutet: 32 von 48 Teams kommen weiter, also zwei Drittel des Teilnehmerfeldes. Selbst eine Niederlage im Eröffnungsspiel ist kein Beinbruch mehr, wenn die Punkte in den verbleibenden Spielen stimmen. Diese Regelung nimmt der Gruppenphase etwas Drama, fügt aber eine mathematische Komponente hinzu, die für Wettende äußerst lukrativ sein kann.
In diesem Überblick über alle WM 2026 Gruppen analysiere ich jede Vierergruppe einzeln, identifiziere die Favoriten und Außenseiter, und bewerte die Gruppensieger-Quoten. Die Reihenfolge orientiert sich an der geographischen Logik des Turniers: Gruppen A bis D mit amerikanischem Schwerpunkt, E bis H mit den europäischen Schwergewichten, I bis L mit einer Mischung aus Favoriten und Überraschungskandidaten.
Gruppenphase — Format und Modus 2026
Wer bei einer WM wettet, ohne das Turnierformat zu verstehen, wettet blind. Und das Format 2026 unterscheidet sich so grundlegend von allem, was wir bisher bei Weltmeisterschaften gesehen haben, dass selbst erfahrene Wettende ihre Modelle neu kalibrieren müssen.
Die 48 Teams verteilen sich auf zwölf Gruppen mit je vier Mannschaften. Jedes Team bestreitet drei Gruppenspiele — hier bleibt alles beim Alten. Die entscheidende Neuerung betrifft die Qualifikation für die K.o.-Phase: Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich direkt, und zusätzlich kommen die acht besten Gruppendritten weiter. Das ergibt 32 Qualifikanten für die erste K.o.-Runde, die als „Runde der 32“ bezeichnet wird — ein Begriff, den es im WM-Kontext bisher nicht gab.
Für die Ermittlung der besten Gruppendritten zählen zunächst die Punkte, dann die Tordifferenz und schließlich die erzielten Tore. Da vier der zwölf Gruppendritten ausscheiden, entsteht am letzten Gruppenspieltag eine Dynamik, die es bei früheren WM-Turnieren nicht gab: Teams auf dem dritten Platz müssen nicht nur ihre eigenen Ergebnisse im Blick haben, sondern auch die Resultate in anderen Gruppen. Ein 1:1-Unentschieden reicht vielleicht — oder eben nicht, je nachdem, was in den parallelen Spielen passiert. Diese Unsicherheit erzeugt eine zusätzliche Ebene, die für Wettende sowohl Chance als auch Risiko ist.
Das Punktesystem bleibt klassisch: drei Punkte für einen Sieg, ein Punkt für ein Unentschieden, null für eine Niederlage. Bei Punktgleichheit am Ende der Gruppenphase entscheiden der direkte Vergleich, dann die Tordifferenz im direkten Vergleich, dann die Gesamttordifferenz und schließlich die erzielten Tore insgesamt. Erst wenn all diese Kriterien keinen Unterschied ergeben, entscheidet die Fair-Play-Wertung — Gelbe und Rote Karten — und im letzten Schritt das Los.
Was bedeutet das für Ihre Wettstrategie? Erstens: Der dritte Platz ist nicht gleichbedeutend mit Ausscheiden. In schweren Gruppen wie F oder K kann der dritte Platz mit vier Punkten zum Weiterkommen reichen — in leichten Gruppen braucht der Dritte möglicherweise sechs Punkte, weil die Konkurrenz in anderen Gruppen stärkere Drittplatzierte produziert. Zweitens: Die Tordifferenz gewinnt an Bedeutung, weil sie über das Schicksal der Gruppendritten entscheidet. Teams, die einen hohen Sieg gegen den schwächsten Gruppengegner anstreben, handeln strategisch klug. Drittens: Am letzten Gruppenspieltag werden Live-Quoten besonders volatil, weil parallele Ergebnisse das Weiterkommen beeinflussen.
Die Gruppenphase erstreckt sich über 15 Tage — vom 11. bis zum 25. Juni 2026. Pro Tag werden vier bis acht Spiele ausgetragen, verteilt auf die 16 Stadien in den USA, Mexiko und Kanada. Die letzten Gruppenspiele jeder Gruppe finden zeitgleich statt, um Absprachen zu verhindern — eine Regel, die seit der „Schande von Gijón“ 1982 gilt und auch beim neuen Format beibehalten wird.
Gruppen A–D: Amerika-Schwerpunkt
Drei der vier Gruppen in diesem Block enthalten ein Gastgeberteam — eine Konstellation, die den Heimvorteil zum dominierenden Faktor macht. Die Frage ist nicht ob, sondern wie stark sich der Heimvorteil in den Ergebnissen niederschlägt.
Gruppe A mit Mexiko, Südafrika, Südkorea und Tschechien eröffnet das gesamte Turnier: Am 11. Juni 2026 bestreiten Mexiko und Südafrika das Eröffnungsspiel im legendären Estadio Azteca. Mexiko ist als Gastgeber der klare Favorit auf den Gruppensieg und wird die Unterstützung von 80.000 Fans im Aztekenstadion genießen — ein Heimvorteil, der sich bei WM-Turnieren in den eigenen vier Wänden historisch in zusätzlichen 0,4 Toren pro Spiel niedergeschlagen hat. Südkorea bringt WM-Erfahrung aus sieben Teilnahmen mit und verfügt mit Heung-Min Son über einen Spieler, der jedes einzelne Gruppenspiel allein entscheiden kann. Tschechien qualifizierte sich über die UEFA-Playoffs und ist das Team mit der geringsten WM-Erfahrung in dieser Gruppe. Südafrika kehrt erstmals seit dem Heimturnier 2010 zur WM zurück. Die Gruppensieger-Quote für Mexiko liegt bei etwa 1.70, Südkorea folgt mit 3.00 bis 3.50 — für Wettende ist der Kampf um Platz zwei die eigentlich interessante Geschichte in dieser Gruppe.
Gruppe B vereint Kanada, die Schweiz, Katar und Bosnien und Herzegowina. Kanada ist als Gastgeber automatisch qualifiziert und spielt im BMO Field in Toronto sowie im BC Place in Vancouver — vor eigenem Publikum. Die Schweiz ist allerdings das stärkste Team dieser Gruppe: Die Nati hat bei den letzten drei großen Turnieren jeweils die K.o.-Phase erreicht und bringt eine taktische Reife mit, die in einer solchen Gruppe den Unterschied macht. Granit Xhaka im Mittelfeld und ein Kader, der in den europäischen Topligen spielt, machen die Schweiz zum Gruppensieger-Favoriten bei Quoten um 2.00. Katar bringt die Erfahrung als WM-Gastgeber 2022 mit, auch wenn die damaligen Ergebnisse — drei Niederlagen in drei Spielen — wenig Anlass zum Optimismus geben. Bosnien und Herzegowina qualifizierte sich über den UEFA-Playoff und wird in dieser Gruppe um den dritten Platz kämpfen.
Gruppe C ist eine der stärksten des gesamten Turniers. Brasilien und Marokko — beide Halbfinalisten der WM 2022 — treffen in derselben Gruppe aufeinander. Brasilien ist der Favorit, aber Marokko hat 2022 bewiesen, dass afrikanische Teams die Seleção schlagen können. Das direkte Duell zwischen diesen beiden Mannschaften wird eines der meistbeachteten Gruppenspiele des Turniers. Haiti und Schottland komplettieren die Gruppe und kämpfen realistisch um den dritten Platz. Brasiliens Gruppensieger-Quote liegt bei etwa 1.45, Marokko bei 3.00 bis 4.00. Für Wettende bietet das Spiel Brasilien gegen Marokko den spannendsten Einzelmarkt der gesamten Gruppenphase — die 1X2-Quoten dürften eng beieinander liegen, und Value entsteht in der Frage, ob Marokko den Halbfinal-Lauf von 2022 bestätigen oder ob die übliche WM-Regression einsetzen wird.
Gruppe D mit den USA, Paraguay, Australien und der Türkei ist die zweite Gastgebergruppe in diesem Block. Die USA genießen als Hauptgastgeber den größten Heimvorteil des gesamten Turniers: elf der 16 WM-Stadien stehen auf amerikanischem Boden, und das US-Team wird in SoFi Stadium, Los Angeles, vor eigenem Publikum spielen. Christian Pulisic und Weston McKennie sind die Identifikationsfiguren einer Mannschaft, die in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen hat. Die Türkei qualifizierte sich über die UEFA-Playoffs und bringt mit einer jungen, offensivstarken Mannschaft Überraschungspotenzial mit. Australien kehrt nach einer starken WM 2022 — Achtelfinale gegen Argentinien — zurück, und Paraguay als sechster CONMEBOL-Vertreter bringt südamerikanische Härte in eine ausgeglichene Gruppe. Die USA liegen bei Gruppensieger-Quoten von 1.60 bis 1.80, aber die Türkei und Australien sind stark genug, um für Überraschungen zu sorgen.

Gruppen E–H: Europas Schwergewichte
In diesem Gruppenblock konzentrieren sich vier der sechs Topfavoriten des Turniers — und genau hier werden die entscheidenden Weichen für die K.o.-Phase gestellt. Die Gruppenersten aus E bis H bestimmen, welche Seite des Turnierbaums sich als „Todesseite“ erweist.
Gruppe E ist aus deutscher Perspektive die wichtigste des Turniers. Deutschland, Côte d’Ivoire, Ecuador und Curaçao bilden eine Vierergruppe, die auf dem Papier klar zugunsten der DFB-Elf aufgestellt ist — aber die WM-Historie der letzten acht Jahre mahnt zur Vorsicht. Deutschland ist der klare Favorit auf den Gruppensieg mit Quoten um 1.35 bis 1.45, doch Côte d’Ivoire als amtierender Afrika-Cup-Sieger und Ecuador als erfahrener WM-Teilnehmer sind keine Laufkundschaft. Das Schlüsselspiel dieser Gruppe ist Deutschland gegen Côte d’Ivoire am 20. Juni in Toronto — das Ergebnis dieses Spiels wird über den Gruppensieg und damit über die K.o.-Pfade entscheiden. Curaçao als WM-Debütant hat auf dem Papier die schwächste Position, aber das Eröffnungsspiel gegen Deutschland bietet die Chance auf den größten Moment der Landesgeschichte. Die vollständige Analyse der Gruppe E mit Spielplan und Quotenvergleich liefert die Details.
Gruppe F gehört zu den ausgeglichensten des Turniers. Die Niederlande und Japan sind die Favoriten, aber Schweden und Tunesien haben das Potenzial, für Überraschungen zu sorgen. Japan hat bei der WM 2022 sowohl Deutschland als auch Spanien in der Gruppenphase geschlagen und ist kein Geheimfavorit mehr, sondern eine etablierte Kraft im Weltfußball. Die Niederlande bringen die individuelle Klasse mit, aber die taktische Konstanz der letzten Jahre lässt Zweifel aufkommen. Schweden qualifizierte sich über den UEFA-Playoff und verfügt über eine Mannschaft, die in der Defensive stabil und in Kontersituationen gefährlich ist. Tunesien bringt afrikanischen Turniergeist mit und hat bei der WM 2022 gegen Frankreich gewonnen — wenn auch in einem bedeutungslosen letzten Gruppenspiel. Gruppensieger-Quoten: Niederlande 2.00, Japan 2.50, Schweden 6.00, Tunesien 10.00 — die engste Verteilung aller zwölf Gruppen.
Gruppe G mit Belgien, Ägypten, Iran und Neuseeland bietet auf den ersten Blick wenig Spannung. Belgien ist der klare Favorit, auch wenn die Goldene Generation um De Bruyne, Lukaku und Courtois ihrem Ende entgegengeht. Ägypten mit Mohamed Salah hat die Einzelspielerqualität, um jedes Gruppenspiel zu gewinnen, und Iran bringt die Erfahrung von sechs WM-Teilnahmen mit — darunter Siege über Marokko und Wales bei der WM 2022. Neuseeland ist der krasse Außenseiter und wird um jeden Punkt kämpfen müssen. Für Wettende ist der zweite Platz die interessanteste Frage: Ägypten oder Iran? Die Quoten sehen Ägypten vorne, aber Irans WM-Erfahrung und taktische Disziplin sind Faktoren, die der Markt unterschätzen könnte.
Gruppe H vereint den Europameister Spanien mit Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay — eine Konstellation, die spannender ist, als sie auf den ersten Blick wirkt. Spanien ist der übermächtige Favorit mit Gruppensieger-Quoten um 1.55, aber Uruguay ist kein gewöhnlicher Zweitplatzierter. Die Celeste hat bei der Copa América 2024 starke Leistungen gezeigt, und Federico Valverde gehört zu den besten Mittelfeldspielern der Welt. Saudi-Arabien wird an die Sensation gegen Argentinien 2022 anknüpfen wollen, und Kap Verde als Debütant bringt den Enthusiasmus eines Teams mit, das nichts zu verlieren hat. Das Spiel Spanien gegen Uruguay wird eines der attraktivsten Gruppenspiele des Turniers — und für Wettende ein Markt, in dem die 1X2-Quoten näher beieinander liegen als in den meisten anderen Gruppenspielen.
Gruppen I–L: Favoriten und Außenseiter
Die letzten vier Gruppen des Turniers enthalten mit Frankreich, Argentinien, Portugal und England vier der stärksten Mannschaften der Welt — aber auch einige der faszinierendsten Außenseitergeschichten. Hier verbergen sich die Value-Wetten, die den Unterschied zwischen einem profitablen und einem verlustreichen Turnier machen können.
Gruppe I mit Frankreich, Senegal, Norwegen und Irak ist auf dem Papier eine klare Angelegenheit für Les Bleus. Frankreich bringt den breitesten Kader des Turniers mit und sollte die Gruppenphase ohne ernsthafte Probleme überstehen. Aber: Senegal ist nach Marokkos WM-2022-Lauf das nächste afrikanische Team, das die Schwelle zur Weltklasse überschritten hat. Spieler wie Ismaïla Sarr, Pape Matar Sarr und Boulaye Dia spielen regelmäßig in den europäischen Topligen und bringen eine Mischung aus Athletik und taktischer Klugheit mit, die jeden Gegner fordern kann. Norwegen mit Erling Haaland — dem wohl besten Stürmer der Welt — ist der Joker dieser Gruppe: Ein Team, das in der Defensive anfällig, aber in der Offensive durch einen einzelnen Spieler jedes Spiel gewinnen kann. Irak qualifizierte sich über den interkontinentalen Playoff und ist der krasse Außenseiter. Gruppensieger-Quoten: Frankreich 1.30, Senegal 4.50, Norwegen 5.00, Irak 30.00. Der Kampf um Platz zwei zwischen Senegal und Norwegen ist einer der engsten im gesamten Turnier.
Gruppe J — Argentinien, Algerien, Österreich und Jordanien — sollte der Titelverteidiger souverän für sich entscheiden. Argentinien ist bei Gruppensieger-Quoten von 1.25 der klarste Favorit aller zwölf Gruppen. Die Spannung liegt im Kampf um Platz zwei: Österreich unter Ralf Rangnick hat ein klares taktisches Profil mit aggressivem Gegenpressing und bringt mit Marcel Sabitzer und Christoph Baumgartner Spieler mit Erfahrung auf höchstem Vereinsniveau mit. Algerien hat sich über die afrikanische Qualifikation durchgesetzt und verfügt über einen Kader, der in der französischen und englischen Liga beheimatet ist. Jordanien als Debütant hat 2024 das Finale des Asien-Pokals erreicht und bringt mehr Qualität mit, als es der Debütantenstatus vermuten lässt. Für Wettende ist die Frage „Österreich oder Algerien auf Platz zwei?“ ein Markt mit attraktiven Quoten — Österreich liegt bei 2.20, Algerien bei 3.50.
Gruppe K mit Portugal, Usbekistan, Kolumbien und DR Kongo ist neben Gruppe C die härteste des gesamten Turniers. Portugal und Kolumbien sind beide stark genug, um die Gruppe zu gewinnen, und das direkte Duell wird eines der Highlights der Vorrunde. Portugal bringt die europäische Qualität und die individuelle Brillanz von Rafael Leão und Bernardo Silva mit, während Kolumbien auf die südamerikanische Härteschule und den Copa-América-Schwung vertraut. DR Kongo qualifizierte sich über den interkontinentalen Playoff und ist ein physisch starkes Team mit Überraschungspotenzial. Usbekistan als Debütant wird in dieser Gruppe voraussichtlich den vierten Platz belegen, aber einzelne Punktgewinne sind nicht ausgeschlossen. Gruppensieger-Quoten: Portugal 1.85, Kolumbien 2.40 — die engste Favoritenkonstellation aller Gruppen.
Gruppe L vereint England, Kroatien, Ghana und Panama — und bietet mit dem Duell England gegen Kroatien eine Neuauflage des WM-Halbfinals 2018. England ist der Favorit, aber Kroatien bleibt trotz des generationellen Umbruchs ein gefährlicher Turniergegner. Luka Modrić tritt bei seiner vermutlich letzten WM an, und die neue Generation um Joško Gvardiol und Mateo Kovačić hat bewiesen, dass sie das Erbe übernehmen kann. Ghana bringt die athletische Stärke und den Stolz eines viermaligen WM-Teilnehmers mit, und Panama hat bei der WM 2018 gezeigt, dass die CONCACAF-Qualifikation echte Substanz hat. Gruppensieger-Quoten: England 1.55, Kroatien 2.80 — ein Duell, das sich erst am letzten Spieltag endgültig entscheiden dürfte.

Todesgruppen und leichte Gruppen
Bei jeder WM gibt es Gruppen, die Fans und Wettende gleichermaßen elektrisieren — und solche, deren Ergebnisse schon vor dem ersten Anpfiff feststehen. Die WM 2026 hat von beiden Extremen reichlich zu bieten, und die Unterschiede sind für Ihre Wettstrategie entscheidend.
Die klarste Todesgruppe ist Gruppe K: Portugal und Kolumbien in derselben Vierergruppe — das sind zwei Teams, die in jeder anderen Konstellation den Gruppensieg unter sich ausmachen würden. Hier kämpft einer der beiden um den zweiten Platz, und der Verlierer des direkten Duells muss möglicherweise als Gruppendritter zittern. Die kombinierte Elo-Stärke der Gruppe K ist die höchste aller zwölf Gruppen, und die Differenz zwischen dem stärksten und dem schwächsten Team ist vergleichsweise gering. Für Wettende bedeutet das: Die Quoten für den Gruppensieg sind eng gestaffelt, und Value liegt eher im Weiterkommen-Markt für DR Kongo als Außenseiter auf Platz drei.
Gruppe C mit Brasilien und Marokko ist die zweite Todesgruppe. Beide Teams standen 2022 im Halbfinale, und in der Gruppenphase müssen sie sich nun gegenseitig eliminieren — zumindest aus dem Rennen um den ersten Platz. Das direkte Duell wird eines der meistgewetteten Spiele der gesamten Vorrunde, und die Quoten dürften überraschend eng ausfallen: Marokko hat 2022 bewiesen, dass es gegen südamerikanische Schwergewichte bestehen kann, und Brasilien zeigt in der Defensive genau die Schwachstellen, die Marokkos taktisch disziplinierte Spielweise ausnutzen kann.
Am anderen Ende des Spektrums stehen die leichten Gruppen — Konstellationen, in denen der Favorit so überlegen ist, dass der Gruppensieg eine Formsache wird und der eigentliche Wettmarkt erst beim zweiten Platz beginnt. Gruppe J mit Argentinien fällt in diese Kategorie: Der Titelverteidiger hat keinen Gegner, der auf Augenhöhe agieren kann, und die Gruppensieger-Quote von 1.25 spiegelt diese Überlegenheit wider. Wetten auf einen argentinischen Gruppensieg bringen kaum Rendite — der Value liegt im Markt für das Weiterkommen Jordaniens als möglicher bester Gruppendritter.
Gruppe G mit Belgien, Ägypten, Iran und Neuseeland ist ebenfalls eine vergleichsweise schwache Konstellation. Belgiens Kaderqualität überragt die Konkurrenz deutlich, auch wenn die Goldene Generation ihrem Ende entgegengeht. Der Kampf um den zweiten Platz zwischen Ägypten und Iran verspricht allerdings Spannung — beide Teams haben WM-Erfahrung und individuelle Qualität, aber unterschiedliche taktische Ansätze. Für Wettende gilt: In leichten Gruppen liegt der Value selten beim Gruppensieg des Favoriten, sondern in den Nebengeschichten — dem zweiten Platz, der Tordifferenz, den Über/Unter-Märkten bei den Spielen des Favoriten gegen die Außenseiter.
Eine Zwischenkategorie bilden die ausgeglichenen Gruppen ohne echtes Schwergewicht. Gruppe F mit Niederlande, Japan, Schweden und Tunesien ist das beste Beispiel: Kein Team ist übermächtig, aber alle vier können gewinnen. In solchen Gruppen ist die Varianz am höchsten — und die Wettmärkte reagieren mit breiteren Quotenspannen, die bei sorgfältiger Analyse lukrative Gelegenheiten bieten.
Gruppensieger-Quoten im Vergleich
Ich habe kürzlich einen Fehler gemacht, den ich hier offen zugeben will: Ich habe bei der EM 2024 auf Belgien als Gruppensieger gewettet, weil die Quote „zu gut“ aussah. Belgien wurde Zweiter. Die Quote war „zu gut“, weil der Markt die Schwächen des Teams erkannt hatte, die ich ignorierte. Seitdem vergleiche ich Gruppensieger-Quoten nicht mehr isoliert, sondern im Kontext der Gruppenstärke — und genau das empfehle ich Ihnen für die WM 2026.
Die Gruppensieger-Quoten der zwölf Gruppen lassen sich in drei Kategorien einteilen. Die erste Kategorie umfasst die klaren Favoritengruppen, in denen ein Team bei einer Quote unter 1.50 gehandelt wird: Argentinien in Gruppe J mit 1.25, Deutschland in Gruppe E mit 1.35 bis 1.45, Frankreich in Gruppe I mit 1.30, Brasilien in Gruppe C mit 1.45. In diesen Gruppen ist der Gruppensieg des Favoriten so wahrscheinlich, dass die Rendite bei einer erfolgreichen Wette kaum die Mühe rechtfertigt. Mein Ansatz: In Favoritengruppen wette ich nicht auf den Gruppensieg, sondern auf den Kampf um Platz zwei oder auf den Über/Unter-Markt in den Spielen des Favoriten.
Die zweite Kategorie sind Gruppen mit einem Favoriten und einem ernsthaften Herausforderer, in denen der Favorit bei Quoten zwischen 1.50 und 2.00 steht: Spanien in Gruppe H mit 1.55, England in Gruppe L mit 1.55, die USA in Gruppe D mit 1.65, Belgien in Gruppe G mit 1.60, Mexiko in Gruppe A mit 1.70 und die Schweiz in Gruppe B mit 2.00. Hier ist die Wahrscheinlichkeit des Gruppensiegs hoch, aber nicht erdrückend — ein Gegner in der Gruppe hat realistische Chancen, den Favoriten herauszufordern. In dieser Kategorie suche ich Value beim Herausforderer: Uruguay in Gruppe H bei 3.50, Kroatien in Gruppe L bei 2.80, die Türkei in Gruppe D bei 4.50 — wenn der Favorit schwächelt, bieten diese Quoten attraktive Renditen.
Die dritte Kategorie sind die offenen Gruppen, in denen kein Team deutlich dominiert: Gruppe F mit Niederlande bei 2.00 und Japan bei 2.50, sowie Gruppe K mit Portugal bei 1.85 und Kolumbien bei 2.40. Diese Gruppen sind aus Wettsicht die spannendsten, weil die implizierten Wahrscheinlichkeiten nahe beieinander liegen und kleine Analysevorteile große Auswirkungen auf die Rendite haben können. In Gruppe F bewerte ich Japan stärker als der Markt — Japans Elo-Rating und die Qualität der Europalegionäre rechtfertigen eine höhere Wahrscheinlichkeit als die implizierte Quote von 40 Prozent. Wenn meine Einschätzung stimmt, bietet Japan bei 2.50 echten Value.
Ein entscheidender Aspekt bei Gruppensieger-Quoten: Die Marge der Anbieter variiert zwischen den Gruppen erheblich. In Gruppen mit klarem Favoriten ist der Overround oft niedriger — die Anbieter bieten faire Quoten, weil das Ergebnis relativ sicher ist und sie Wettende anlocken wollen. In offenen Gruppen steigt der Overround, weil die Unsicherheit größer ist und die Anbieter ihr Risiko absichern. Das bedeutet: Der effektive Value in offenen Gruppen muss höher sein als in Favoritengruppen, um die höhere Marge auszugleichen. Vergleichen Sie immer die Quoten mehrerer Anbieter und nehmen Sie die beste — ein Unterschied von 0.10 bei einer Gruppensieger-Quote mag marginal wirken, summiert sich aber über zwölf Gruppen zu einer spürbaren Renditedifferenz.
Wer kommt weiter? Prognose aller 12 Gruppen
Prognosen für zwölf Gruppen auf einer Seite — das ist entweder größenwahnsinnig oder systematisch. Ich entscheide mich für systematisch. Meine Gruppenprognosen basieren auf dem Elo-Rating der Teams, der Qualifikationsperformance und einer Korrektur für den Heimvorteil bei den drei Gastgebernationen. Jede Prognose benennt den erwarteten Gruppensieger, den wahrscheinlichsten Zweiten und die Chancen des Gruppendritten auf ein Weiterkommen.
Gruppe A: Mexiko gewinnt die Gruppe, Südkorea wird Zweiter. Tschechien hat als Gruppendritter gute Chancen auf das Weiterkommen, wenn ein Sieg gegen Südafrika gelingt. Gruppe B: Die Schweiz setzt sich als Gruppenerster durch, Kanada nutzt den Heimvorteil für den zweiten Platz. Katar scheidet nach der Gruppenphase aus — die WM-Bilanz von 2022 lässt keinen anderen Schluss zu.
Gruppe C: Brasilien gewinnt die Gruppe, aber Marokko wird es den Brasilianern im direkten Duell schwer machen. Das entscheidende Spiel wird Brasilien gegen Marokko — wer hier gewinnt, hat den Gruppensieg praktisch sicher. Schottland hat als Gruppendritter Außenseiterchancen. Gruppe D: Die USA nutzen den Heimvorteil und werden Erster, die Türkei erkämpft sich den zweiten Platz in einem engen Dreikampf mit Australien. Paraguay wird Vierter.
Gruppe E: Deutschland wird Gruppensieger. Côte d’Ivoire und Ecuador kämpfen um den zweiten Platz, wobei die Ivorer die besseren Karten haben — der Afrika-Cup-Sieg gibt ihnen das Turniergen, das Ecuador bei der WM 2022 am Ende fehlte. Ecuador hat als Gruppendritter realistische Chancen auf das Weiterkommen, wenn die Tordifferenz stimmt. Curaçao wird als Debütant den vierten Platz belegen, aber das Eröffnungsspiel gegen Deutschland könnte enger werden, als die Quoten suggerieren.
Gruppe F: Meine Überraschungsprognose — Japan gewinnt die Gruppe vor den Niederlanden. Die Samurai Blue haben bei den letzten beiden WM-Turnieren europäische Schwergewichte geschlagen und bringen eine Spielergeneration mit, die in Europas Topligen Stammspieler sind. Die Niederlande werden Zweiter, Schweden als Dritter hat gute Chancen auf das Weiterkommen. Tunesien scheidet aus.
Gruppe G: Belgien gewinnt die Gruppe routiniert, Ägypten holt sich den zweiten Platz. Iran wird Dritter und hat eine Chance auf das Weiterkommen, die aber von den Ergebnissen in anderen Gruppen abhängt. Neuseeland wird Vierter. Gruppe H: Spanien dominiert die Gruppe, Uruguay wird souverän Zweiter. Saudi-Arabien wird Dritter, hat aber als Gruppendritter schwache Chancen — die Konkurrenz in den anderen Gruppen dürfte zu stark sein. Kap Verde wird Vierter, aber mit Würde.
Gruppe I: Frankreich gewinnt die Gruppe, der Kampf um Platz zwei ist offen. Ich gebe Norwegen den Vorzug vor Senegal — Erling Haalands Torgefahr ist ein Matchgewinner, den Senegal nicht neutralisieren kann. Senegal wird aber als Gruppendritter voraussichtlich weiterkommen. Irak scheidet aus. Gruppe J: Argentinien wird souverän Erster. Österreich holt sich den zweiten Platz durch taktische Disziplin unter Rangnick. Algerien wird Dritter mit Außenseiterchancen.
Gruppe K: Die engste Gruppenprognose des Turniers. Ich sehe Portugal knapp vor Kolumbien — die europäische WM-Erfahrung gibt den Ausschlag in einem Duell auf Augenhöhe. Kolumbien wird ein starker Zweiter, DR Kongo wird Dritter. Gruppe L: England gewinnt die Gruppe, Kroatien wird Zweiter — aber der Abstand wird geringer sein, als die Quoten nahelegen. Ghana wird Dritter und hat eine der besten Chancen aller Gruppendritten auf das Weiterkommen, weil die Gruppenstärke hohe Punktzahlen für alle Teams erzwingt.
Eine Warnung zum Schluss: Prognosen für eine WM mit neuem Format sind mit höherer Unsicherheit behaftet als bei jedem früheren Turnier. Die Drittplatzierten-Regelung erzeugt Abhängigkeiten zwischen den Gruppen, die kein Modell vollständig erfassen kann. Nutzen Sie diese Prognosen als Ausgangspunkt für Ihre eigene Analyse, nicht als Wettanleitung. Die datenbasierte Prognoseseite geht tiefer in die Methodik und bietet Wahrscheinlichkeitsberechnungen für jeden Gruppenausgang.
Die entscheidenden Gruppenduelle
Zwölf Gruppen, 48 Teams, 36 Gruppenspiele pro Runde — und trotzdem lässt sich die WM 2026 Gruppenphase auf eine Handvoll Schlüsselspiele verdichten. Brasilien gegen Marokko in Gruppe C, Deutschland gegen Côte d’Ivoire in Gruppe E, Niederlande gegen Japan in Gruppe F, Portugal gegen Kolumbien in Gruppe K und England gegen Kroatien in Gruppe L — diese fünf Duelle werden die Weichen für die K.o.-Phase stellen und die attraktivsten Wettmärkte der gesamten Vorrunde bieten.
Das neue Format mit 32 Qualifikanten belohnt Konstanz über drei Spiele und bestraft einzelne Ausrutscher weniger hart als das alte 32-Teams-Format. Für Wettende bedeutet das: Denken Sie in Gruppenszenarien, nicht in Einzelspielen. Der Gruppensieg eines Favoriten bei einer Quote von 1.35 ist selten die beste Wette — der Value liegt in den Nebengeschichten, im Kampf um den zweiten Platz, in den Über/Unter-Märkten und in der Frage, welcher Gruppendritte die acht K.o.-Tickets ergattert.
Die Gruppenphase der WM 2026 beginnt am 11. Juni mit Mexiko gegen Südafrika im Estadio Azteca und endet am 25. Juni mit den letzten parallelen Gruppenspielen. 15 Tage, in denen die Grundlage für alles Weitere gelegt wird — und in denen die besten Wettgelegenheiten des gesamten Turniers liegen.
